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Forderungskatalog

                                                                        

 

Kurzfristig (bis Dezember 2020):

 

  • Ausrufung des Klimanotstands

  • Ermöglichung der Teilnahme an Fridays For Future Demos für alle Schüler und Studierenden, ohne Sanktionen aufgrund von Fernbleiben des Unterrichts

  • Keine Bewilligung von genehmigungspflichtigen Bauvorhaben, ohne Einreichung eines Konzepts zur Erreichung von Netto 0 Emission bis 2030 sowie keine Bewilligung ohne die Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage (auch bei Sanierungen)

  • Begrünungspflicht (z.B. Verkehrsinseln, Kreisverkehre, Flachdächer, Hauswände, Balkonkästen, Gärten, Anlagen etc.)

  • Ausgleichspflicht und Pflicht von Kompensationsmaßnahmen bei jeglichem Eingriff in die Natur

  • Keine Herausnahmen aus LSG, NSG, FFH-Gebieten und Geotopen, stattdessen höchste Priorisierung von deren Erhalt

  • Verbot von Einwegplastik und Plastiktüten

  • Recycling-Papier in allen öffentlichen Einrichtungen

  • Verbot synthetischer Pestizide im Privatbereich

  • Veganes, ökologisches, regionales und unverpacktes Angebot in allen Mensen, Pausenverkäufen, Kiosken und Kantinen

  • Initiierung eines Landkreisweiten Aufforstungsprogramms mit Beteiligung der Bürger und Schulen

  • Initiierung von Food-Sharing Programmen im ganzen Landkreis für abgelaufene, nicht mehr verkäufliche Lebensmittel aus Supermärkten und Restaurants mit Beteiligung von Ehrenamtlichen

  • Initiierung einer großen Informationskampagne zum Thema Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeit und Ernährung in allen Gemeinden des Landkreises

 

Diese Maßnahmen sind schnell umzusetzen und sollen vor allen Dingen den Veränderungswillen demonstrieren, der unbedingt notwendig ist, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Die Akzeptanz und Unterstützung der Bürgerschaft ist dabei das Ziel. Darum müssen Bürger und Bürgerinnen informiert und beteiligt werden.

 

Eine besondere Rolle wird der FFF-Bewegung zuteil, die durch den wöchentlichen Schulstreik die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft überhaupt erst geschaffen hat. Darum müssen SchülerInnern und Studierende dabei unterstützt werden und von Sanktionen ist abzusehen.

 

Zukünftig darf es auf keinen Fall mehr zu Bodenverdichtungen kommen, wo noch Natur vorhanden ist. Es ist mit keinem Argument zu rechtfertigen, dass Co2 speichernde Böden, Moore, Gewässer und Bäume zerstört werden! Die Planung des Gewerbegebiets Schorn muss deshalb eingestellt werden.

 

 

 

Langfristig (bis 2030):

 

  • In Anlehnung an die vom IPCC geforderte Netto 0 Emission bis zum Jahr 2035 fordern wir, in Hinblick auf die klimagerechte Verteilung der Maßnahmen auf Bundesebene, Netto 0 Emissionen bis zum Jahr 2030 für den wohlhabenden Landkreis Starnberg*

 

Der Landkreis Starnberg hat eine pro Kopf Verschuldung von 0€ und liegt damit weit unterhalb des bundesweiten Durchschnitts von 3509€, was ihm die Verantwortung zukommen lässt, die Maßnahmen schneller und effektiver zu erreichen, als andere Landkreise.

 

 

Energiewende

 

  • Verwirklichung von Windkraftparks durch Beteiligung der Bürger an der Planung (Energiegenossenschaften, Bürgerwindparks) und/oder Stromvergünstigungen für die Anwohner der Wohngebiete in der Nähe zur Förderung der Akzeptanz

  • Erhöhung der Anreize zur Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen und die Förderung von klimaneutralem Bauen

    • Überarbeitung des Energiespar-Förderprogramms und Erhöhung der Fördergelder

    • Einheitliche Regelungen für alle Gemeinden

    • Kostenlose Energieberatung

    • Förderung auch bei Instandhaltung

  • Erlaubnispflicht zur Installation von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- oder Hybridalagen an Mietgegenständen, wie Balkonen, Dächern, Fenstern, Außenalagen etc.

  • Landkreiszuschuss für Installationen von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- oder Hybridanlagen mit oder ohne Akkuspeisung (Kobaltfrei oder -arm) gestaffelt nach Nettoeinkommen des Haushalts und tatsächlichen Kosten, mindestens aber 10% des Gesamtpreises für Anschaffung und Installation

  • Energiesparprogramm zur Sichtbarmachung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte mit regelmäßigem Energiebericht und Einspartipps

  • Energetische Sanierung von allen städtischen Liegenschaften bis 2030

 

Bisherige Förderprogramme für Mieter und Eigentümer erzielten keine erwünschten Ergebnisse und werden das auch in Zukunft nicht tun. Mehrere Studien zeigen, dass der größte Antriebsfaktor für energetisches Sanieren der wirtschaftliche ist. Die Sanierung muss sich deshalb schon nach kurzer Zeit lohnen.

 

Auch als Mieter soll es, unabhängig vom Eigentümer, möglich sein, erneuerbare Energien zu nutzen und diese zu installieren. Finanziell schwache Haushalte müssen dabei in besonderem Maße unterstützt werden.

 

 

Verkehrswende

 

  • Ausbau eines sicheren, barrierefreien Fuß- und Radwegnetzes im gesamten Landkreis

  • Einführung eines Landkreistickets zur Vergünstigung des MVV

  • Mehr Bushaltestellen und höhere Frequenz der Linien

  • Anreizprogramme für Sammeltaxis, Kollektivtaxiprogramme, Fahrgemeinschaften und ähnliches

  • Massiver Ausbau von Ladesäulen für E-Mobilität mit mindestens 44 kW aus Ökostrom mit Preiskontrolle (höchstens 0,29€ pro kW)

  • Schaffung von Lademöglichkeiten an Straßenbeleuchtungen

  • Landkreiszulage für Neuanschaffung von Elektroautos und Elektrorollern gestaffelt nach Nettoeinkommen des Haushalts, mindestens aber 2200€

    • Besondere Bevorzugung und erhöhte Bezuschussung für Fahrzeuge mit schonendem Ressourcenverbrauch, vor allem kleiner Fahrzeuge mit Kobaltfreien oder -armen Akkus

  • Förderung auch bei Akkuwechsel (Kobaltfrei oder -arm) nach Ablauf der Herstellergarantie

  • Erlaubnispflicht der Schaffung von Lademöglichkeiten für E-Mobilität an vermieteten Parkflächen

  • Landkreiszuschuss für die Schaffung von Lademöglichkeiten für E-Mobilität gestaffelt nach Nettoeinkommen des Haushalts und tatsächlichen Kosten, mindestens aber 10% des Gesamtpreises für Anschaffung und Installation

  • Umstellung des Fuhrparks auf emissionsfreie Antriebstechniken

 

Um eine Verkehrswende zu schaffen, muss die Tendenz zum Individualverkehr sinken. Dies setzt voraus, dass Busse und Bahnen günstig und nahtlos genutzt werden können. Kollektivtaxis, kleine Sammelbusse oder Fahrgemeinschaften können eine gute Alternative, besonders in ländlicheren Gemeinden sein, den Berufsverkehr sinnvoll und emissionsarm zu gestalten.

 

Die Verkehrswende setzt voraus, dass innovative Ideen und neue, digitale Techniken genutzt werden, die unbedingt zu unterstützen sind (Wettbewerbe, Ausschreiben etc.).

 

Überdies muss in Stadtbereichen dafür gesorgt werden, dass baulich getrennte Fahrradwege die Sicherheit von Fahrradfahrern gewährleisten. Dem Radverkehr und den öffentlichen Verkehrsmitteln sind in der Stadt höchste Priorität einzuräumen.

 

Wo es nicht ohne Individualverkehr geht, müssen die Anreize zur Neuanschaffung eines Fahrzeugs mit emissionsfreien Antriebstechniken um ein Vielfaches stärker werden. Durchschnittlich rechnet sich ein E-Auto erst nach etwa 10 Jahren. Die Angst vor dem versagenden Akku und den damit verbundenen Kosten des Akkuwechsels, hindert derzeit viele Menschen, die Anschaffung eines E-Autos überhaupt in Betracht zu ziehen.

 

 

Forst- und Landwirtschaft

 

  • Umstieg auf ökologisch-nachhaltige Land- und Forstwirtschaft

  • Reaktivierung der Baumschutzverordnung

  • Verbot von

    • synthetischen Pestiziden

    • Kunstdünger

    • Gülle

    • GVO-Proteinfutter aus Südamerika

    • Anbau von Ressourcen-intensivem Energiemais

    • Ackerbau auf erosionsanfälligen Hängen oder Moor/Torfböden

    • Großflächiger Rodung

    • Boden-verdichtenden Großgeräten im naturnahen Wald

    • Massentierhaltung

  • Schonender Umbau von Forsten/Wäldern, weg vom Wirtschaftswald hin zum Artenschutzwald samt Waldboden als CO2 Speicher

    • Altwerden lassen der Bäume

  • Wieder-Vernässen der Feuchtgebiete

  • Kleinräumige Strukturierung von Landschaften

  • Moore vor Nährstoffeintrag schützen

  • Nur Mäßiges Düngen von Ackerböden durch Mist und Pflanzenreste, um Kohlenstoffbindung zu fördern

  • Belohnung für die Pflege und Anlage wertiger Wälder, Böden, Biotope, Gewässer und Grundwasser

 

Unsere Wälder, Böden, Gewässer und Moore sind wichtige Akteure im Kampf gegen den Klimawandel und müssen um jeden Preis geschützt werden. Die Abkehr von der konventionellen Land- und Forstwirtschaft ist eine unumgängliche Maßnahme, die von allen Menschen mitgetragen werden und belohnt werden muss.

 

Es ist in jedem Fall zu verbieten, dass unsere wertvolle Natur weiter verdrängt und zerstört wird, egal welchem wirtschaftlichen Vorteil dies entspräche. Prinzipiell sollen bereits verdichtete Böden genutzt und alte Gebäude ersetzt werden, was nicht nur die Natur schützt, sondern auch für eine bessere Klimabilanz der Gebäude sorgt.

 

 

Sonstiges

 

  • Klimaschutz als Theorie/Praxis Schulfach und standardmäßig als Bildungsziel in allen Kindergärten, Krippen und Horten

  • Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge, jedweder Informationsweitergabe an Bürger, Eltern von KiTa-Kindern und Schülern und vermehrter Einsatz von Tablets in Schulen, zur Reduzierung von Papier (in Verbindung mit der Nutzung von Ökostrom)

  • Bevorzugung, Erleichterung und Förderung von Startups und Unternehmensniederlassungen, die klimaschutzrelevante Ziele verfolgen

  • Schaffung von Anreizen zum Wassersparen und Wasserspeicherung

  • Förderung naturnaher, wildwüchsiger und artenreicher Gärten

 

 

Kinder sind die wichtigste Ressource für eine bessere Zukunft und müssen mit einem natürlichen ökologischen Bewusstsein aufwachsen. Nur so kann sichergestellt werden, dass eine Selbstverständlichkeit für den Klimaschutz in den Köpfen der Kinder entsteht und sie zu einer Generation heranwachsen, die neue Technologien und bessere Lösungen findet.

 

Digitalisierung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und hilft, in Verbindung mit der Nutzung von Ökostrom, Co2 zu reduzieren.

 

Um Bürger und Bürgerinnen zu Natur- und Ressourcenschutz zu ermutigen, müssen Anreize geschaffen werden, die mittels finanziellen und/oder moralischen Förderungen geschaffen werden. Innovative Ideen sollen belohnt und gefördert werden.

 

 

Grundsätzliche Anmerkungen

 

Sämtliche Kosten für Verluste von Biodiversität und Ökosystemleistungen sowie Klima-, Gesundheits- und Sozialkosten müssen in Produkte, Dienstleistungen und Bewirtschaftungsprozesse eingespeist und transparent gemacht werden.

 

Öko-, Arten und Klimaschutz soll entlohnt werden und zum angestrebten Ziel aller sowie zur Normalität werden.

 

Wir halten es für unerlässlich, dass ein wissenschaftliches Gremium das Arteninventar des Landkreises möglichst vollständig und integrativ morphologisch und molekulargenetisch erfasst, eine regelmäßige Überwachung der Bestandsentwicklung vornimmt und Einleitung wirksamer Schutzmaßnahmen empfiehlt, die durchzusetzen sind.

 

Alle Maßnahmen sind so zu verwirklichen, dass Haushalte mit niedrigerem Nettoeinkommen nicht zusätzlich belastet werden. Besonders zu Fördern sind

Alleinerziehende und kinderreiche Familien mit niedrigem Nettoeinkommen.

 

Alle Bezuschussungen sollen Bürokratiearm beantragt und unabhängig von anderen Zuschüssen bewilligt werden, über die zudem Landkreisweit zu informieren ist.

 

Wir fordern außerdem eine Erfolgsquote von 70% aller Langzeitmaßnahmen aus diesem Katalog für das Jahr 2025.

 

Um Transparenz für die Bürger zu schaffen, muss überdies ein jährlicher Rechenschaftsbericht, z.B. in Form eines Data-Warehouse-Systems, ausgefertigt werden, in dem aktuelle Folgen des Klimawandels im Landkreis (Zustand der Forst- und Landwirtschaft, Wasserversorgung, Artensterben, sonstige Schäden und Folgen) sowie Ressourcen, Schutzmaßnahmen und erreichte Ziele kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 

 

 

 

*Beschluss des Kreistags Starnberg aus dem Jahr 2005 bzw. 2015: "Das Ziel, die Region bis zum Jahre 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen, wird weiterhin verfolgt und im Rahmen der personellen und finanziellen Möglichkeiten unterstützt."

Danke an alle Unterstützer und ganz speziell an Prof. Dr. Micheal Schrödl und alle Mitglieder von Starnberg4Future