IPCC Sonderbericht

Da isses endlich, das Ding. Ich hab ja schon darauf gewartet, dass die Diskussion um den Klimawandel die Ecke des von Verkehr und Energie emittierten Co2’s - nicht verlässt, aber - aufbricht, erweitert. Weil immerhin 23% des emittierten Treibhausgases von Land- und Forstwirtschaft stammen. Zeitgleich diskutiert die Bundesregierung über eine Mehrwehrtsteuererhöhung für Fleisch. Lass ich jetzt mal so stehen.

Ich bin froh, dass wir anfangen darüber zu sprechen. Horrorbilder von gequälten Kühnen und Puten, denen mit roher Gewalt der menschliche Wille aufgezwungen wird, reichen halt nicht aus, um auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht falsch sein könnte Tiere zu essen. Aber okay. Jetzt haben wir es wenigstens von offizieller Seite gehört: Fleisch essen töten unser Klimasystem. Oder zumindest zu viel Fleisch essen. Ganz davon weg will oder kann man dann doch nicht. Und von tierischen Lebensmitteln generell schon mal gar nicht.

Dabei lag ausgerechnet bei diesem Bericht – von über 100 Autoren aus 52 Ländern – der Anteil der aus Entwicklungsländern stammenden Autoren bei mehr als der Hälfte. Zum ersten Mal! Und das mag schon was heißen. Und trotzdem: in den Mund genommen hat es keiner und steht auch so nicht im Bericht, was denn da genau passieren muss, damit die Ernährung der ganzen Welt in Hinblick auf den Klimawandel zukünftig gesichert ist.

Na dann, rechnen wir das halt mal durch.

Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen leidet jeder neunte Mensch an Hunger. Das sind 821 Millionen Menschen Welt weit. Zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung. Unnötig zu erwähnen, dass es sich dabei hauptsächlich um Menschen aus Entwicklungsländern handelt.

Dagegen steigt die Anzahl von Übergewichtigen und Fettleibigen in Industrie- und Schwellenländern. Allein in Deutschland ist mehr als jeder zweite Erwachsene übergewichtig und weltweit sind über zwei Milliarden Menschen zu dick. Das ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung. Paradox.

Ein Drittel der gesamten Landfläche unserer Erde wird in irgendeiner Form für die Produktion von Fleisch genutzt. Sei es durch Anbau von Soja, Mais, Weizen und anderem Getreide für die Tiermast, oder die Flächennutzung durch die Tiere selbst. Und trotzdem wird ein Drittel der Weltbevölkerung nicht satt oder schlimmer!

Ich mach jetzt mal ein Gedankenexperiment, nur so zum Spaß. Würden wir – rein hypothetisch – diese Flächen dazu nutzen Lebensmittel direkt für uns Menschen anzubauen, würden wir auf der gleichen Fläche mindestens doppelt so viele pflanzliche Proteine oder Kalorien erzeugen können. Im Falle Rindfleisch sogar das Zwanzigfache. Zudem würden wir etwa 30% Treibhausgase, 70% Wasserverbrauch und natürlich mindestens die Hälfte der heute 33 Millionen Quadratkilometer Ackerfläche einsparen, die dann nicht mehr benötigt werden würde und in die ursprüngliche Vegetation zurückversetzt werden könnte. Also, nur mal so.

Von veganer Ernährung fang ich jetzt gar nicht erst an.

https://apps.ipcc.ch/report/authors/report.authors.php?p=&p&q=34&p

https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_SRCCL.pdf

https://www.spiegel.de/politik/ausland/who-wfp-fao-zahl-der-hungernden-auf-821-millionen-gestiegen-a-1277430.html

https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/wald-artensterben/anbau-von-soja/

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102121/Mehr-als-die-Haelfte-aller-Erwachsenen-in-Deutschland-ist-uebergewichtig

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/heutiges-ackerland-koennte-vier-milliarden-menschen-mehr-ernaehren-a-914457.html

http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Magazin-0215-Leseprobe-Das-grosse-Fressen.pdf

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/vegetarische-zukunftsvision-von-heute-auf-morgen-kein-fleisch-mehr-das-wuerde-mit-der-welt-passieren_id_5389007.html

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